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Für alle Lesefaulen: die Kurzfassung

Für alle die, die keine Zeit oder Lust haben oder nur nach einer kurzen Frühstückslektüre suchen, hier die Kurzfassung:

 Trip nach Kiruna (nördlichste Stadt Schwedens), Lappland: 27.11.-02.12.2009

Temperaturen: -11 bis -18 Grad tagsüber, -28 Grad nachts (Bustoilette eingefroren)

Aktivitäten

Freitag: 20-stündige Busfahrt mit lustigen ("Ice Age" ) und schlechten ("Charlie's Angel 2" ) Filmen, Ankunft Samstagmorgen acht Uhr in Kiruna

Samstag: Vormittags Stadtbesichtung, Nachmittags Hundeschlitten- und Schneemobilfahren, abends lecker Kochen im Hostel und Nachtspaziergang, um die Nordlichter zu sehen (leider vergeblich)

Sonntag: Besichtigung der Eisenerzmine und der Pilzfarm, nachmittags Schlittenfahren und Glögg-Trinken, abends Sauna und Schneebaden (+ wieder Nachtspaziergang, wieder vergeblich)

Montag: Rentierfarm vormittags, nachmittags Trip nach Narvik (abgebrochen wegen Rutschgefahr), Spielenachmittag, abends: Arctic Sauna mit Baden im Eissee in Abisko, einem kleinen Dorf

Dienstag: kurzer Besuch des Eishotels, Heimfahrt bis Mittwochmorgen nach Karlstad

 P.S.: Unbedingt mal in die Musik der Sami reinhören und die Landschaft innerlich vorbeiziehen lassen:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000065VE1/willkommenb0f-21

1 Kommentar 9.12.09 12:44, kommentieren

Klirrende Kälte in Kiruna: Ein Trip ins schwedische Lappland!

Abenteuer Lappland: Kälte, Schnee und Eis auf unendlichen Weiten, erfrorene Fingerspitzen, Atem, der in kleinen Rauchwölkchen aufsteigt, Menschen in Fellstiefeln und Elche in freier Wildbahn. Ungefähr so waren meine Vorstellungen von Lappland, immer mit dem Bild von Einsamkeit und Dunkelheit vor Augen. Und genauso haben wir diesen kargen Landstrich im hohen Norden von Schweden erlebt – unglaublich, welche Magie vom Extremen ausgeht.

Am Freitag, den 27.11.09, starteten wir halb zwölf mittags mit einem Doppeldeckerbus (juhu!) zu unserer Tour. Die Ankunft in Kiruna, Schwedens nördlichste Stadt, war erst für den nächsten Tag acht Uhr geplant – also lagen 20 Stunden eng gedrängte Busfahrt vor uns. Die ging aber viel schneller vorbei, als erwartet; hatten doch die Schweden mittlerweile ihre Weihnachtsdekoration ausgepackt und ihre Häuser geschmückt, sodass Lichterbögen, Weihnachtssterne und Kerzenleuchter aus jedem Haus warm und einladend in die Nacht hineinleuchteten und ich mich kaum satt sehen konnte. Auf dem langen Weg nordwärts wurde die Besiedlung immer spärlicher und der Wald größer und dichter – hatte ich mir bisher manchmal Sorgen gemacht, ob durch die intensive Abholzung unserer Wälder dieser Rohstoff irgendwann zu Ende gehen könnte, kann ich nun ruhigen Gewissens sagen: nein! Schweden hat mehr als genug Wald : ) Schon gruselig, wie manche in kleinen Hütten tief im Wald versteckt leben können, als Fortbewegungsmittel nur ein eingefrorenes Auto neben dem Haus, aber Hauptsache Weihnachtsbeleuchtung in den Fenstern. Und die brannten die ganze Nacht durch, selbst um drei Uhr in der Frühe waren ganze Landstriche – insofern da mal mehr als fünf Häuser standen – erleuchtet.

Bei unserer Ankunft lag Kiruna in einer Art Märchenschlaf, da es noch relativ dunkel war. Ich muss hier aber gleich mal festhalten, dass die Dunkelheit gar nicht so schlimm und bedrückend ist, wie man sich das immer vorstellt: es ist eine ganz andere Finsternis dort oben. Selbst wenn die Sonne nicht lange am Himmel weilt, dauert die Dämmerung viel länger an, und durch die Helligkeit der reflektierten Schneemassen scheint der Nachthimmel in einem tiefdunklen Blau zu verharren, bevor er irgendwann zu Schwarz übergeht. Dazu noch die ewig leuchtenden Weihnachtslichter… ohne die Kiruna zugegebenermaßen ziemlich hässlich gewesen wäre. Die noch relativ junge Stadt (1900 gegründet, erst 1948 zur Stadt erhoben) hat ihre Daseinsberechtigung nur durch die große Eisenerzmine (die größte der Welt!) und ist dementsprechend zweckmäßig gebaut. Untypisch für Schweden sind die riesigen, hässlichen Hochhäuser und Plattenbauten; außerdem muss das Stadtzentrum alle paar Jahre versetzt werden, da in Richtung Stadtmitte abgebaut wird und der Untergrund durch den Abbau rissig und einsturzgefährdet ist. Zitat unseres Reiseführers: „Wenn ihr in fünf bis zehn Jahren noch mal herkommt, sieht Kiruna nicht mehr so aus, wie ihr es kennengelernt habt.“ Ahja.

 

Samstagmorgen also erstmal ein Rundgang durch Kiruna, begeistert zumindest von den Schneemassen und den Temperaturen, die bis dahin noch human bei -11° Grad lagen. Auch, wenn man den Ausdruck „die Bäume biegen sich unter den Schneemassen“ häufiger benutzt, weiß ich seit Lappland, woher er kommt. Am Nachmittag gab es dann das erste Highlight: Hundeschlitten- und Schneemobilfahren! Unsere Kleidungsschichten waren spektakulär: dicke Strumpfhose, eine feste Jeans darüber, dann die Skihose und natürlich mit mehreren Socken in dicke Winterboots gepackt. Oben ein T-Shirt, Longsleeve, Rollkragenpullover, darüber die Fleece-Jacke und dann der Wintermantel… das Michelin-Männchen ist jedenfalls nichts dagegen! Trotzdem musste man ständig in Bewegung bleiben, um nicht zu frieren; sobald die Fingerspitzen einfrieren, breitet sich die Kälte auf den ganzen Körper aus. Angekommen am Ort des Geschehens mussten wir uns zudem noch in einen Ganzkörperoverall packen, was im Nachhinein vollkommen richtig war: mit dem Fahrtwind des Schneemobils im Gesicht war es nur dadurch auszuhalten. Kurz vor der Abfahrt mit den Mobilen wurde uns dann noch nebenbei gesagt, dass es uns 300 Euro Selbstbeteiligung kosten würde, das Ding kaputt zu machen oder gegen einen Baum zu setzen. Wie beruhigend, dass das erst ein Mädchen unserer Gruppe ein paar Stunden zuvor geschafft hatte! Die meiste Zeit ging es mit dem kleinen Flitzer, den wir leider viel zu langsam fahren durften, über ein weites, hügeliges Feld, ein Spaß sondersgleichen! Vor allem, wenn man in den Kurven anfängt zu driften und die Lenkung blockiert. Tja, durch den angestiegenen Adrenalinspiegel war mir dann zumindest verdammt warm… mitten in der Tour wurde gewechselt auf den Hundeschlitten, nachdem wir uns in einem Zelt kurz aufwärmen durften und auf einer Feuerstelle gekochten Kaffee (ganz wichtig für die Schweden: Fika), Tee und selbstgebackenen Kuchen bekamen. Die Hundeschlittenfahrt wurde zum unvergesslichen Erlebnis: acht oder zehn Hunde waren in Paaren vor unserem mit Fell bezogenen Schlitten gespannt, auf dem wir zu viert dicht gedrängt saßen. Ihr aufgeregtes Gekläff und Gebell verstummte in dem Moment, als der Hundeführer das „Ho!“ zum Aufbruch gab, und in völliger Stille wurde man durch das tiefverschneite Feld gezogen, umgeben von Dunkelheit, der in der Ferne orange leuchtenden Mine, dicken Schneelasten, frostgezuckerten Bäumen. Unser Hundeschlittenführer stimmte sogar noch eine alte, finnische Volksweise an, während wir, mit unseren Gesichtern tief im Schal verhüllt, andächtig lauschten. Väterchen Frost pur! Plötzlich weiß man, warum die Melodien aus dem hohen Norden, im kalten Niemandsland, so melancholisch und langsam klingen, so voll von Einsamkeit, Sehnsucht und Trauer. Um die zu vertreiben, sangen wir anschließend noch ein paar Weihnachtslieder, denn der alte Schwede wünschte sich verblüffenderweise „Stille Nacht, Heilige Nacht“, sein Lieblingslied.

 

Am nächsten Tag ging es früh raus, um Kirunas Eisenerzmine in einer Privatführung mit dem „Mushroom Man“ zu besichtigen. So genannt, weil der ehemalige Bergarbeiter dort unten in der konstanten Temperatur der Mine nun „Shii-Take“-Pilze züchtet. Die ‚durften’ wir verkosten, morgens um halb elf, nachdem er sie von einem verrottet aussehenden Baumstamm abgeschnitten hatte. Aber man will ja nicht unhöflich sein…

Als er uns elf Uhr am Wahrzeichen Kirunas, der wunderschönen fuchsroten Holzkirche, wieder absetzte, bahnten sich gerade die ersten Strahlen der Morgensonne ihren Weg über das felsige Gebirge, das die Stadt umgibt. Die ungewöhnlich erbaute Kirche ist eine der schnörkellosesten, aber schönsten Kirchen, die ich je gesehen habe; zu Recht wurde sie 2001 zum schönsten Gebäude Schwedens gekürt. Drinnen fand gerade ein Adventsgottesdienst statt, an dem wir der Weihnachtsstimmung wegen auch teilnahmen (und um den Innenraum danach fotografieren zu können). Schock beim Ende halb zwölf: die Sonne war schon wieder weg! Super! Da hat man schon nur so kurz Sonnenlicht und verpasst das, weil man brav in der Kirche sitzt. Man fühlt sich also bereits mittags so, als sei der Tag vorüber. Wir haben das Beste daraus gemacht und uns Arschrutscher gekauft, mit denen wir durch die nach drei Uhr bereits halb ausgestorbene Stadt geschlittert sind. Auf einem Spielplatz, auf dem wir uns an brennenden Körben aufwärmen konnten, verteilten einige liebe Menschen kostenlos heiß dampfende Becher mit Glögg (schwedischen Glühwein) und Pepparkakor (Pfefferkuchen). Abends war endlich Sauna angesagt: da unser Hostel sehr klein war, mussten wir diese erstmal hinter einem Waschraum und einer Rumpelkammer versteckt finden. Andere würden die Sauna Abstellraum nennen, mit zwei kleinen, abgeschabten Holzbänken und einem Mini-Ofen. Da wir uns aber zu sechst reinquetschten, wurde es auch so sehr warm : ) Nun ja, und dann ist man ja nicht umsonst in Schweden, wenn man nicht irrekalte Erfahrungen macht. Also ab durch die Waschküche, die Rumpelkammer, hoch die Treppe, durch die Rezeption und REIN IN DEN SCHNEE!!! Wooohuuu, war das ein Spaß. Zu Beginn spürt man die Kälte gar nicht, dann folgt die klirrendkalte Schneedusche und beim Reinlaufen denkt man, man ist von allen guten Geistern verlassen… Aber Kreischen hilft.

 

Am Montagmorgen ging es auf zum kältesten Punkt unserer Reise: eine Rentierfarm, geführt von einer Sami-Familie (die schwedischen Inuits). Auf dem Weg dorthin gab es große Aufregung im Bus, als wir tatsächlich Elche und Rentiere in freier Wildbahn über das Feld und in den Wald hoppeln sahen; einige Rentiere liefen sogar ein Stück neben dem Bus her! Juhu, endlich was erlebt, was vermutlich noch nicht mal viele Schweden gesehen haben. Auf der Farm erwartete uns dann unbarmherzige Kälte, -23 Grad, gefühlt wie -28 Grad oder noch viel kälter. Unser Atem gefror sofort im Schal und setzte sich in kleinen Eiskristallen ins Haar, die Wimpern wurden von Reif bedeckt und die Brillenträger hatten mit zugefrorenen Gläsern zu kämpfen. Einem Mädchen ist sogar die Haut am Oberschenkel etwas aufgeplatzt, als sie die Hose zwecks Pinkeln herunterziehen musste… dramatisch! : ) Habe die Kälte besonders gespürt, als ich meine Hand aus dem Handschuh ziehen musste, um bessere Fotos machen zu können, und sie beim Aufwärmen so weh tat, dass sich der Schmerz durch den ganzen Arm in die Brust zog. Da kommen einem schon Gedanken wie: Ab wann frieren eigentlich Finger und Fußzehen ab? Merkt man, wie Frostbeulen entstehen? Beunruhigenderweise warnte uns der kleine alte Sami-Mann noch, sollten wir weiße Flecken im Gesicht unserer Freunde entdecken, diese auf keinen Fall wegzuwischen, da wir sofort die Haut mit abreißen würden. Sein Tipp: langsam wieder „aufwärmen“, in dem man die Stelle mit Schnee bedeckt, dann mit Rentierfell weiter aufwärmt und dann erst mit der Hand berührt (vorher mit der Hand aufwärmen wäre zu schnell zu warm und würde ebenfalls einreißen). Waaaah! Über so was will ich gar nicht nachdenken!!! Sind dementsprechend die ganze Zeit herumgehüpft und haben Rennspiele im Schnee gespielt, bevor wir tatsächlich in das Gehege der knuffig weichen Rentiere gelassen wurden. Sie haben uns dank Futter sogar aus der Hand gefressen : ) mit einem Mal tätschelt man Santa’s Little Helpers auf ihr dick gepolstertes Fell und fühlt ihren malmenden Kiefer auf der Handfläche. Nennt mich ein typisches Mädchen, aber das war sooooo berührend und süß! Anschließend durften wir uns im Sami-Zelt aufwärmen, in dem ein prasselndes Feuer wartete, und eine alte Frau uns über ihre alten, indianischen Traditionen erzählte. Nachdem wir die Rentiere also netterweise vorher kennengelernt hatten, durften wir sie jetzt essen, ähem: Sandwich mit hauchdünnem Rentierschinken und Rentier-Brühe (die ziemlich nach Hammel roch, würg, aber was macht man nicht alles, wenn man fast erfriert und dringend was Warmes braucht… ; ). Der Schinken war übrigens superlecker, weich, würzig und hauchzart.

Nachmittags sollte unsere Busreise eigentlich noch nach Narvik, etwas weiter nördlich schon innerhalb der norwegischen Grenze, führen, um dort die Fjorde zu besichtigen. Da es aber Richtung Meer immer „wärmer wurde“ (d.h., -13 statt -23 Grad), wurden die Straßen extrem rutschig und der Bus begann zu schlingern. Aktion zu gefährlich, daher abgebrochen : (

 

Dafür sollte uns am Abend noch ein tolles Highlight erwarten: die „Arctic Sauna“, sprich Schwitzen in der Holzhütte und anschließendes Baden im Eissee!!! Wir waren alle ziemlich aufgeregt vorher, aber es war gigantisch. Die Holzsauna war trotz vier Stunden leider nur auf etwa 60 Grad aufgeheizt, sodass man sich fast anstrengen musste, ins Schwitzen zu kommen. Magenkribbeln, schwitzige Hände, und dann: kreischend herunterrennen auf der klirrend kalt gefrorenen Wiese, entlang der aufgestellten Kerzen, rein in den See, der bei 3°Grad schon eine dünne, zerbrechliche Eisschicht aufgezogen hatte. Das Beste in solchen Momenten: Kopf ausschalten, nicht drüber nachdenken, einfach rein, rein, rein!!! Untertauchen, prustend wieder hoch, und wild mit den Armen rudernd (natürlich immer noch kreischend) wieder rein in die Wärme. Das ganze zweimal, schließlich wird man irgendwann mutiger und man ist ja auch nicht alle Tage in Lappland : )

 

Der Weg zurück war ebenso unbeschreiblich: Die sich hoch auftürmenden, schneebedeckten Gipfel, der unbewegliche, dunkelblaue Eissee, die dick eingeschneiten Bäume mit ihren dürren Ästchen, und über allem der buttergelbe, selbstzufriedene Vollmond. Wir mussten unterwegs stehen bleiben und uns erstmal bewusst machen, auf welchem Punkt auf der Landkarte wir uns gerade befinden. So weit oben! Eindrucksvoll ist gar kein Ausdruck. WAHNSINN!

Am Dienstagmorgen ging es dann zurück, unterwegs nur noch kurz mit einem Stopp am berühmten Eishotel verbunden. Dies war allerdings aufgrund des späten Wintereinzugs in Schweden noch nicht fertiggestellt und deswegen nur von außen zu betrachten, sehr enttäuschend. Hätte doch gerne mal wenigstens die Rezeption gesehen oder Glögg von aus Eis geschliffenen Gläsern an der Eisblockbar getrunken… Aber nichtsdestotrotz waren es wundervolle fünf Tage mit vielen Erlebnissen, Eindrücken und unvergesslichen, eiskalten Momenten. Genau das wollten wir doch: wiederkommen und sagen, dass wir so eine Kälte noch nie erlebt haben, dass selbst fünf Schichten Klamotten am Körper nicht ausreichen, ihn gegen Frieren zu schützen, von zugefrorenen Brillen und eingerissener Haut erzählen. Allerdings mag ich nicht daran denken, dass dies erst der Anfang der Kälte in Kiruna und dem umliegenden Lappland war… : )

Bilder könnt ihr sowohl unter studivz als auch facebook sehen. Alles in allem ein großartiger Trip, auch, wenn man sich mitten im Nirgendwo, in karger Landschaft und frostiger Stille befindet: das müsst ihr gesehen haben!!!

1 Kommentar 9.12.09 12:39, kommentieren

McDonald's: Logo-Wechsel!

Ja, natürlich gibt es wichtigere Dinge, über die man sich den Kopf zerbrechen könnte. Die Bankenpleiten, der Bildungsstreik, Hunger in Afrika, Menschenhandel in Südamerika oder Krieg in Fernost. Aber ich war trotzdem mehr als erstaunt, als ich heute früh im Radio gehört habe, dass die uns allseits bekannte Fastfoodkette McDonald's ihr Logo ändert! Und dann der Grund: ein Farbwechsel von Rot zu Grün im Hintergrund des leuchtenden M's - "als Bekenntnis zur und Respekt vor der Umwelt". Aha. Schöner sieht's aus, besser als "Pommes rot-weiß" allemal - aber das macht das Essen weder gesünder noch die Konsumenten umweltbewusster. Denn Plastik- und Pappschachteln, Strohhalme, Servietten und Tablettauflagen in Massen wird es ja auch weiterhin geben, schnell verschmutzt und noch schneller im Müll. Außerdem ist das charakteristische Gelb-Rot eines der bekanntesten Symbole der Welt - aber McDo hat ja genug Geld, um diese Neuerung mittels Werbung und Marketing noch attraktiver und bekannter zu machen. Geld, das man auch in Umweltprojekte hätte stecken können...

Einen Artikel dazu nachlesen könnt ihr hier: http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/523492/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do

 Oder hier:

http://www.sueddeutsche.de/,tdwa3m1/kultur/151/495476/text/

Und einen kleinen Vorgeschmack gibt's hier, hab mich erinnert, in Tallinn dieses Foto geschossen zu haben:

 

 

1 Kommentar 23.11.09 11:07, kommentieren

http://www.sueddeutsche.de/leben/591/493933/bilder/

Interessante Fotos, jeden Tag. Detailreich, verblüffend, erschreckend, nah am Geschehen und an den Menschen...

17.11.09 20:54, kommentieren

Bildungsstreik!

Wollte auf diesem Wege nur mal loswerden, dass ich es super finde, wenn endlich mal wieder gestreikt, protestiert und auf was aufmerksam gemacht wird. Bin fast schon enttäuscht, jetzt nicht in Dtl zu sein und mitmachen zu können, aber bin mir sicher, ihr tut euer Bestes mit Hörsäälen besetzen, Demos und Plakatwänden

 

Auch wenn's aussieht, als ob es gerade im konservativen Bayern z.B. nichts bringt - wer nicht kämpft, hat schon verloren... und zumindest eine Reduzierung der Studiengebühren bzw. besser durchstrukturierte Studienordnungen wären ja schonmal ein Anfang.

 Also, weiter so!

17.11.09 09:54, kommentieren

Eine Seefahrt, die ist lustig...

... eine Seefahrt, die ist schön! Am 08.11. gings mit dem Zug früh nach Stockholm und von dort aus abends mit der Fähre nach Tallinn, der wunderschönen Hauptstadt Estlands. Plan: Partynacht auf dem Schiff, Montag City-Tour durch Tallinn, abends/nachts zurück nach Stockholm, Ankunft morgens 10 Uhr dort. Große Taschen mussten trotz des kurzen Trips zwangsläufig mitgenommen werden, weil der Alkohol in Estland ja im Gegensatz zu Schweden traumhaft günstig ist und man tolle Erfindungen wie Gin Grapefruit und Wodka Cranberry in der Dose kaufen kann. Einstweilige Bedenken aufgrund der grassierenden Schweinegrippe kamen zwar angesichts von 2000 partywütigen Studenten aus ganz Schweden, Norwegen und Dänemark auf, aber in dem Fall haben wir der Gefahr einfach ins Auge geblickt Offensichtlich hatten viele (100% der Kerle, 50% der Mädels) diese Tour als einen Rückflug ins Zeitalter der Feriencamps und Jugendlager gebucht - hemmungsloses Betrinken, ständige Anmachversuche, vom Begriff "Manieren" ganz zu schweigen... Ohne obszön zu werden, könnte man das Verhalten einiger bereits als "Rumhuren" definieren. Aber gut. Für alle die, die am nächsten Tag vor allem Tallinn sehen wollten (ja, auch ich), war es ja auch keine unlösbare Aufgabe, etwas zu trinken, Spaß zu haben und trotzdem am nächsten Morgen ohne 20 Kopfschmerztabletten aus den Federn zu kommen.

Tallinn ist eine wunderwunderschöne Stadt. Vor allem "Old Town", die Altstadt, begeistert: unzählig viele, verwinkelte Gassen und Straßen mit ausgetretenem Kopfsteinpflaster, hohe, enge, schiefe Häuser, mal dick, mal dünn, aber immer kunterbunt angemalt in herzlich-warmen Tönen, mächtige Kirchen mit Zwiebeltürmchen, mittelalterliche Häuserfassaden und Händlerbuden und einen romantischen Charme trotz abbröckelnder Fassaden und rissigen Wänden. Sicherlich gibt es Ecken und Enden, an denen die alte Ostblockzeit noch deutlich zu spüren ist, aber gerade in der Altstadt (die sich an einen Hang schmiegt, auf dem der bischofshoheitliche Sitz lag und von dem man einen guten Blick über die kleine Stadt hat) gehört das zum Stadtbild. Erinnert einen auch an schlechtere Zeiten und die Armut, aus der man sich hier aber anscheinend erfolgreich versucht zu befreien. Auf der anderen Seite der Stadt sieht es nämlich ganz anders aus: eine Shopping-Mall an der nächsten, Hochhäuser und Bürogebäude, viel Verkehr, Menschentrubel, der Hafen, alles ist emsig und lebt. Bin sehr begeistert und muss unbedingt nochmal herkommen! 

Der Trip zurück sah ebenso aus wie der erste Abend, und es war schwer zu sagen, an welchem die Leute schlimmer betrunken waren. Bis zu einem gewissen Grad lustig, aber hat damit auch gereicht. Die Kabine war schockierend klein, aber irgendwie haben wir uns beim Vorglühen trotzdem erfolgreich zu zwölft reingequetscht, mit Stehen und Biegen und Brechen. Im Zug nach Stockholm war es dann richtig schön still... :D

Tallinn, ich komme wieder! Wenn die Bäume grün sind und die Pflanzen Knospen treiben und damit endgültig den grauen Teil der Stadt überdecken und du nur noch wunderschön bunt bist

Anbei mal ein kleiner Vorgeschmack, der volle Upload auf studivz/ Facebook:


4 Kommentare 10.11.09 18:59, kommentieren

Schmuddelwetter!

Brrr, ist in Deutschland auch so ein typisches Oktober/November-Wetter vorzufinden? Letzte Woche war doch alles noch sooo schön (so schön blau, so schön bunt, so schön kalt). Und nun? Dicke, graue Wolken, feiner Sprühregen, alles nass, matschig und kühl? Selbst die Bäume stehen trotz ihrer farbenfrohen herbstlichen Verfärbung mit hängenden Schultern da. Immerhin der Wind ist uns bis jetzt erspart geblieben. Aber Aussicht auf Besserung gibt es auch nicht... ; )

6 Kommentare 22.10.09 15:16, kommentieren